Hedwig Bollhagen (HB) (1907-2001) zählt zu den herausragenden deutschen Keramikerinnen des 20. Jahrhunderts. Schon längst sind ihre Keramiken international zu Sammlerstücken avanciert, wobei in ihren Hedwig Bollhagen Werkstätten für Keramik in Marwitz immer noch nach ihrem Credo zeitlos schöne, einfache und zweckmäßige Gebrauchskeramik zu machen, produziert wird.
Dabei entwickelte sie aus ihren Vokabeln – Punkte, Striche, geometrische Figuren – immer wieder auf ein Neues die mannigfachsten Dekorvariationen, die ihre klaren Formen ummanteln. Im Lauf ihres langen Lebens schuf sie eine unendliche Anzahl von Einzel- und Musterstücken, die sie sorgsam in ihrer Wohnung in Marwitz u.a. in einem Schrank aufbewahrte. Zu diesen Lieblingsstücken gehörten auch Arbeiten ihrer Künstler-Kollegen und Freunde.

Erstmalig wird der Nachlass HBs, der insgesamt rund 1.600 Objekte umfasst, dauerhaft in Velten ausgestellt.
Im Veltener Werk der Steingutfabrik Velten-Vordamm entwickelte HB, gerade 19 jährig, in ihrer ersten Anstellung Ende der 1920er Jahre als Leiterin der Malabteilung mit rund hundert Malmädchen ihren unverwechselbaren Stil – von ihrem einstigen Mentor Hermann Harkort liebevoll „Strichelchenmanie“ genannt.
Mit der Eröffnung des Hedwig Bollhagen Museums kehrt HB gewissermaßen an ihren künstlerischen Ursprung zurück.

HB in der Formwerkstatt

HB in der Form-Werkstatt
Aufnahme: Sigrid König, Berlin