HEDWIG BOLLHAGEN (1907-2001)

10. November 1907
Hedwig Bollhagen (HB) wird in Hannover in eine gutbürgerliche Familie hineingeboren.

1924
Hedwig Bollhagen beendet das Lyzeum in Hannover und beschließt Töpferin zu werden, in Großalmerode bei Kassel absolviert sie ein Praktikum im traditionellen Familienbetrieb der Töpferei Wilhelm Kauffold.

1925-1927
HB studiert an der renommierten Staatlichen Keramischen Fachschule in Höhr-Grenzhausen bei Koblenz. In den Semesterferien volontiert sie 1925 in der Fürst Adolf-Werkstätte für Kunstkeramik in Bückeburg und 1926 in der Töpferwerkstatt von Gertrud Kraut in Hameln. Die beiden Keramikerinnen verbindet eine lebenslange Freundschaft.

1927-1931
HB ist Entwerferin und Leiterin der Malereiabteilung in den für die Keramik des 20. Jahrhunderts wegweisenden Steingutfabriken Velten-Vordamm in Velten. Schon hier entwickelt Hedwig Bollhagen ihren charakteristischen Stil und knüpft zahlreiche Freundschaften zu berühmten Künstlern und Keramikern, wie Charles Crodel und Werner Burri, die auch später in HBs eigenem Betrieb mitarbeiten.

1931
Nach Schließung der Steingutfabriken Velten-Vordamm beginnen ihre so genannten Wanderjahre.

1934
HB erfährt von den zum Verkauf stehenden Haël-Werkstätten für künstlerische Keramik in Marwitz bei Velten. Gemeinsam mit einem Freund der Familie Bollhagen, Dr. Heinrich Schild, erwirbt sie den Betrieb der später nach England emigrierten jüdischen Inhaberin Margarete Heymann-Loebenstein. Am 1. Mai 1934 eröffnen die HB-Werkstätten für Keramik in Marwitz unter der künstlerischen Leitung HBs.

1937
Bereits in den Anfagsjahren der Manufaktur feiert Hedwig Bollhagen national wie international Erfolge. 1937 erhält sie auf der Pariser Weltausstellung eine Goldmedaille für eine kleine Vase mit Fayencemalerei.

1949
HB beschließt, ihren Betrieb trotz der schwierigen Ausgangslage als privates Unternehmen in der DDR alleine weiterzuführen. Der Mangel an Ton und Glasuren beschränkt ihre Kreativität nicht, vielmehr entwickelt sie zahlreiche Dekore in verschiedenen Techniken.

1972
Die HB-Werkstätten werden verstaatlicht und als „Werkstatt für Keramik Marwitz“ dem „VEB Steingutfabrik Rheinsberg“ zugeordnet. HB ist nun Angestellte im ehemals eigenen Betrieb. 1976 übernimmt der Staatliche Kunsthandel der DDR die Firma, auch aus Gründen der Devisenbeschaffung.

1992 / 1993
Die über 70 jährige Hedwig Bollhagen kann ihren Betrieb reprivatisieren; die HB-Werkstätten für Keramik werden neugegründet.

08. Juni 2001
Hedwig Bollhagen stirbt in Marwitz; sie wird in ihrer Heimatstadt Hannover beerdigt.

Die HB-Werkstätten produzieren bis heute in Marwitz.