MARWITZ. In der Werkstatt
Schüler und Mitarbeiter Hedwig Bollhagens
(10.11.2016 bis 23.04.2017 – VERLÄNGERT bis 21.05.2017)

„Die Welt wurde offenbar für Töpfer erschaffen: Erde, Feuer, Wasser und Luft sind die Grundelemente dieses Handwerks, das seit frühesten Zeiten zum Dasein des Menschen gehört.“ (Michael-France Vilcoq)

Das Töpferhandwerk gehört zu den ältesten Gewerken der Menschheit. Es ist sehr eng mit den vier Elementen verbunden und hat auch im Land Brandenburg eine lange Tradition: In dem kleinen märkischen Ort Velten gab es reiche Tonvorkommen, die ab 1835 eine einmalige Ansiedlung von Ofenfabriken auf engstem Raum entstehen ließen – um 1900 herum waren es knapp 40 an der Zahl. Zu jener Zeit und später siedelten sich in und um Velten auch namhafte große Keramikunternehmen an, wie die Steingutfabriken Velten-Vordamm, in denen einige der berühmten Bauhäusler wirkten, oder auch die Hedwig Bollhagen-Werkstätten im nahen Marwitz. Ihre Gründerin, Hedwig Bollhagen (HB; 1907 – 2001) zählt zu den herausragendsten Keramikerinnen Deutschlands – ihr keramischer Nachlass steht auf der Liste des nationalen Kulturguts.
Das Kulturland Brandenburg-Themenjahr 2016 „Kulturgut Handwerk. zwischen gestern und morgen“ bietet die wunderbare Gelegenheit für eine Spurensuche – Wie lebt das Erbe HBs weiter? Wie wird heute in den HB-Werkstätten in Marwitz gearbeitet? Welche ehemaligen Mitarbeiter und Schüler haben heute ihre eigene Werkstatt, sind der Keramik und dem Vermächtnis Hedwig Bollhagens verpflichtet geblieben?
„…Diese Fragen haben mich bewegt und so habe ich die Marwitzer Werkstätten und dann die Künstler aufgesucht. Ich wollte die Menschen treffen und fotografieren, die von Hedwig Bollhagen kommend, ihren eigenen handwerklichen und künstlerischen Weg gefunden haben. […] Meine Portraits bilden einen Kreis um eine der bedeutendsten Keramikerinnen Deutschlands. […] Wer sind die Menschen, die dazu beitragen, dass sie nicht vergessen wird? All diese Menschen auf meinen Bildern verbindet die Liebe zum Werkstoff Ton, einem erstaunlichen Material, das durch Handwerk, Kreativität und Fantasie zu wunderschöner Keramik geformt wird…“. (Solveig Faust, 2016)
Dieses Fotoprojekt – gepaart mit keramischen Werken der Portraitierten – trägt dazu bei, die Bedeutung dieses Berufes und die Faszination für die Keramik zu zeigen.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Flyer (PDF).